Frisches Obst und Gemüse? Das ganze Jahr hindurch? In guter Qualität? Das scheint kein Problem zu sein, wenn man in die entsprechenden Theken der Supermärkte schaut. Dass dies aber nicht selbstverständlich ist, vor allem, wenn man ohne Düngemittel und Pestizide auskommen möchte, sollte und wollte der Biochemiekurs der Stufe 9 im Schuljahr 2026/2026 erfahren. Denn mit Unterstützung des Erzbistums zur Förderung der Schöpfungsveranwortung und des Fördervereins des SAG errichteten die Schülerinnen mitten auf dem Schulhof einen neuen Schulgarten. Schon der Bau der Beete war ein gesamtschulisches Ereignis. Ende März 2026 bauten die Schülerinnen die Rahmen der Gemüsebeete zusammen, während neugierige Schülerinnen ihnen in den Pausen dabei zusahen. Bei der Befüllung der Beete mit ca. 12m³ Kompost und Pflanzerde machten dann spontan noch weitere Schülerinnen anderer Klassen freiwillig mit und schippten Erde im Akkord, so dass die Beete noch rechtzeitig vor den Osterferien fertig wurden.
Nach den Osterferien 2026 wurde dann gesät und gepflanzt: Erdbeeren, Radieschen, Zwiebeln, Erbsen, Bohnen, Salat, Spinat, Kartoffeln, später Gurken, Zucchini, Kürbis und Tomaten, aber auch Sonnenblumen, Tagetes und andere Blumen und Kräuter. Der Kurs, aber auch der Rest der Schule, schaute dann den Pflanzen beim Wachsen zu.
Manches ging gut an, aber eben nicht alles. Einigen Pflanzen tat der zwischenzeitlich starke Regen nicht gut, anderen die wiederkehrenden Hitzewellen (Gießen wurde dann zur wichtigsten Gärtnerpflicht). Einige Möhrenpflanzen verschwanden spurlos – waren Mäuse am Werk? Schnecken waren tatsächlich kein Thema, aber einige Pflanzen, z. B. die Kartoffeln, bekamen es mit Pilzen zu tun. Wieder andere Pflanzen wuchsen aufgrund der Hitze oder der Bodenverhältnisse nicht richtig.
Trotzdem wurde geerntet: die Zuckererbsen und die Erdbeeren wurden direkt verzehrt — lecker! Zwiebeln wanderten zwischendurch in den Kochtopf und am letzten Mittwoch vor den Sommerferien wurde gemeinsam gekocht mit Salatgurken, Kopfsalat und Mangold aus dem Schulgarten. Zusammen mit Spaghetti in Schafskäse-Tomatensauce und Erdbeeren mit Schokoguss als Nachtisch schmeckte es wunderbar!
Wie aber sollten die Pflanzen die Ferien überstehen – ohne Schülerinnen, die sie durch fleißiges Gießen vor dem Verdursten bewahrten? Schnell wurde noch eine Bewässerungsanlage installiert, bezahlt mit dem Gewinn aus dem Spardabank-Wettbewerb, zu dem sehr viele Schülerinnen und ihre Familien, Freunde und Bekannte durch ihre Stimmabgabe beigetragen haben.
So blühten die Sonnenblumen in den Ferien auf und es konnten weitere Gurken und Tomaten von Daheimgebliebenen geerntet werden. Ob nach den Ferien Kartoffeln und Kohl geerntet werden können? Wir werden sehen…
Das Projekt wird weitergeführt und weiterentwickelt werden. In jedem Kalenderjahr wird der nächste Biochemiekurs der Stufe 9 den Garten übernehmen und die im Unterricht erworbenen theoretischen Kenntnisse ganz praktisch bei der Gestaltung und Bewirtschaftung des Gartens umsetzen und prüfen. Auf eine reiche Ernte!
Text: N. Kemper / Fotos: A. Engels















