Schule soll den Bildungsprozess der Schülerinnen und Schüler in ihrer personalen, sozialen und fachlichen Dimension fördern. Dies gilt ausdrücklich auch für die Naturwissenschaften. So heißt es im Kernlehrplan Sek I zum Biologieunterricht: “Der Biologieunterricht in der Sekundarstufe I legt die Grundlagen für ein gesundheits- und umweltbewusstes, nachhaltiges Handeln sowohl in individueller als auch in gesellschaftlicher Verantwortung und für lebenslanges Lernen auf dem Gebiet der Biowissenschaften, die von einem rasanten Erkenntniszuwachs geprägt sind” (KLP Biologie S. 8) und „macht Entwicklungen transparent, die heute für die Menschen weltweit von grundlegender Bedeutung sind, da sie zunehmend auch politische Entscheidungen beeinflussen und die Fundamente des Wertesystems der Gesellschaft berühren“ (KLP  S. 9).

Somit ergibt sich als Anspruch für den Biologieunterricht neben dem umfangreichen Fachwissen der Biologie auch den Blick für die umfassendere Wirklichkeit dahinter zu vermitteln.

Als katholische Schule, die als Grundlage von Bildung und Erziehung sich dem christlichen Menschenbild (§ 1 Kirchliches Schulgesetz des Erzbistums Köln) und dem „Schutz des Lebens und der Erhaltung der Schöpfung Gottes“ (§2, Kirchliches Schulgesetz) verpflichtet weiß, muss der Biologieunterricht diesem Anspruch in besonderer Weise genügen.

Ziel des Biologieunterrichts am Sankt Adelheid-Gymnasiums ist es daher – neben der Vermittlung des Fachwissens –, die Schülerinnen an ein Gesamtverständnis für das Leben und den Menschen heranzuführen.

Konkret bedeutet dies, dass im Biologieunterricht des Sankt-Adelheid-Gymnasiums immer wieder darüber reflektiert wird, über welche Bereiche die Biologie als Wissenschaft Aussagen treffen kann, welche Grenzen sie als Wissenschaft hat und wo moderne Biologie Forschungsergebnisse aufweist, die das Gesamtverständnis vom Menschen betreffen. Biologie wird in den Jahrgängen 5, 6, 8 und 10 unterrichtet mit der Besonderheit, dass wir eine Stunde mehr für den Biologieunterricht einsetzen, als es die Vorgaben des Landes vorgeben.

Projekte in der Biologie für alle Jahrgänge:

Internationale Biologie-Olympiade (IBO): Die Internationale Biologie-Olympiade (IBO) ist ein internationaler Schülerwettbewerb, zu dem jedes Land vier Teilnehmer entsenden darf, die nicht älter als 20 Jahre sind. Wir informieren hierüber im Biologieunterricht. Hilfestellung dürfen wir als Lehrer nicht geben. Die Arbeit erfolgt als Einzelarbeit unabhängig von der Schule. Es gibt ein vierstufiges Auswahlverfahren, wobei der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben von Runde zu Runde steigt. Verfahrensweise und Beispielaufgaben kann man auf der Webseite der Biologieolympiade Deutschland finden.

Projekte in der Sekundarstufe I:

  • Sexualkunde Klasse 5: „Die Zyklusshow! Dem Geheimcode meines Körpers auf der Spur!“ ist ein Workshop für Mädchen im Alter von 10 – 12 Jahren. Im Mittelpunkt dieses werteorientierten sexualpädagogischen Präventionsprojektes, das in Zusammenarbeit mit der psychosozialen Beratung unserer Schule durchgeführt wird, stehen die „Geheimsprache“ des weiblichen Körpers und die Ereignisse während des Zyklus der Frau.
  • Aktion “Hand auf´s Herz – Leben retten mach SCHULE” (6. Jg.); Fächerverbindendes Projekt der Fachschaften Biologie und Sport. Im Rahmen dieses Projekts wird im Biologieunterricht das Herz-Kreislauf-System erarbeitet und die Grundkenntnisse der Herz-/Lungenwiederbelebung praktisch in beiden Fächern an der Reanimationspuppe “little Anne” eingeübt, um auf die 1. Hilfe im Ernstfall vorzubereiten. Im Fach Sport wird diese Praxis in den darauffolgenden Jahrgängen wiederholt.
  • Unterrichtsgang ins Gelände (Wald / Wiesen) im Rahmen des Themenfeldes “Ökologie” (8. Jg.). Hier bietet sich das nahegelegene Naturschutzteilgebiet Ennert mit feuchten Grünlandbrachen, Feuchtwiesen oder Bruchwald an; Vegetationsaufnahme mit Bestimmungsübungen, z. B. Frühblüher, Zeigerpflanzen, Bodenlebewesen.
  • Unterrichtsgang zum Gesundheitsamt Bonn “Chlamydienunterricht”; im Rahmen der Immunbiologie und Menschliche Sexualität (10. Jg.). Dieser Unterrichtsgang bildet eine Grundlage zum Einüben von Argumentationsstrukturen in Bewertungssituationen anhand von Positionen zum Thema Impfung und dem Umgang mit der eigenen Sexualität.
  • Exkursion in den Kölner Zoo, Thema: „Affen, unsere nächsten Verwandten“ (8. Jg.); Beobachtungsaufgaben und Erarbeitung der Entwicklungstendenzen in der Primatenevolution.

Projekte in der Sekundarstufe II:

  • Projekttag nach dem GeniE-Konzept der Goethe-Universität Frankfurt an der Schule. Hierbei werden DNA-Isolation, Fingerprinting und Gelelektrophorese eingesetzt, um einen imaginären Mordfall aufzuklären (für Leistungskurse).
  • Unterrichtsgang ins Gelände (Wald / Hecke) im näheren Umfeld der Schule; Vegetationsaufnahme mit Bestimmungsübungen, z. B. Frühblüher, Zeigerpflanzen, Bodenlebewesen (für Grund- und Leistungskurse)
  • Halbtagsexkursion zur Naturschule „Aggerbogen“ in Lohmar-Wahlscheid: Sammeln und Bestimmen der Organismen in einem Fließgewässer; Erstellen des Saprobienindex (für Leistungskurse).
  • Halbtagsexkursion in den Botanischen Garten Bonn: Führung und arbeitsteilige Gruppenarbeit zum Thema „Anpassung von Pflanzen an die Standortbedingungen“, hier besonders: Xerophyten, Sukkulenten und Epiphyten; evtl. Moorpflanzen (für Leistungskurse).
  • Halbtagsexkursion in das Museum König: Führung und arbeitsteilige Gruppenarbeit zum Thema „Tiere und ihre Lebensräume“, welche sich gut als Überleitung zum Themenfeld Evolution eignen (für Grund- und Leistungskurse).
  • Exkursion in den Kölner Zoo, Thema: „Evolution der Primaten“: Beobachtungsaufgaben und Erarbeitung der Entwicklungstendenzen in der Primatenevolution; Erstellen eines Kladogramms der Primaten (für Leistungskurse)
  • Alternativ wird hier eine Exkursion zum Neanderthal Museum in Mettmann durchgeführt. Neben einer Museumsführung über die Evolution des Menschen werden hier Bestimmungsübungen an Vormenschenschädeln zur Verdeutlichung der graduellen Übergänge und der evolutionären Prozesse durchgeführt.