In einer Zeit, in der wir Tag für Tag von Bildwelten verschiedenster Provenienz überflutet werden, muss der Kunstunterricht den Schülerinnen wichtige Orientierungshilfen an die Hand geben, mit der gestalteten Umwelt bewusst umzugehen, sie aber auch in kritischer Auseinandersetzung als veränderbar zu begreifen. Diesem übergeordneten Ziel versuchen wir – gerade im Hinblick auf das ganzheitliche Konzept unserer Schule – gerecht zu werden.

Im Zentrum des Unterrichts steht ein breites Spektrum bildhafter Verständigungssysteme, die z. B. in der Tradition abendländischer Kultur stehen und die moderne Realität betreffen, vor allem das Feld der digitalen Medien. Dem unreflektierten Aufnehmen dieser Bildvorstellungen gilt es durch Bewusstmachen von Wirkungen und der Hinführung zu einem kritisch-kompetenten Umgang auf rezeptiver und produktiver Ebene entgegenzuwirken.

Auf der inhaltlichen Ebene ist das Fach Kunst eng mit grundlegenden Fragen menschlicher Existenz und glaubensspezifischen Themen verbunden (innere Gefühlswelten, seelische Zustände, wiederkehrende Fragen der Menschheit). Diese Bereiche bilden die Basis des Unterrichts und auf diese Weise kann er der Persönlichkeitsentwicklung förderlich sein. Dieser Aspekt ist z. B. von enormer Wichtigkeit für Schülerinnen, die in der Pubertät entscheidende Selbstfindungsprozesse durchlaufen.

Der regelmäßige Besuch von sehenswerten und wichtigen Ausstellungen sowie die Teilnahme an museumspädagogischen Projekten erweitern das unterrichtliche Programm.

Zur Möglichkeit des Gedankenaustausches und Mitgestaltung einer lebendigen und offenen Atmosphäre innerhalb der Schule wird großer Wert auf wechselnde Ausstellungen im Schulgebäude und bei Feiern und Festen gelegt. So ist die Kunst der Schülerinnen im gesamten Haus, vom Eingangsfoyer bis zu den Fluren im zweiten Stock, präsent und ein Zeichen dafür, dass die Schülerinnen ihre Schule aktiv mitgestalten.

Ein wichtiges Ziel der öffentlichen Präsentation außerhalb von Schule ist das Bestreben, den Schülerinnen Zutrauen in ihre Fähigkeiten und Bestätigung zu vermitteln. In diesem Sinne versteht sich die Teilnahme am Beueler Sankt Martinszug mit selbst gestalteten Laternen und am Karnevalszug an Weiberfastnacht mit einheitlichen, selbstgefertigten Kostümen. Auch unser Mitwirken an größeren Ausstellungen in Museen und Bibliotheken, an kirchlichen und städtischen Projekten sind Lernformen, die über den innerschulischen Rahmen hinausgehen, um in einen Dialog mit der Öffentlichkeit zu treten.