Bald nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 gründete der Atomphysiker Prof. Dr. Wassilij Nesterenko (+ 25.8.2008) unter Mithilfe des Nobelpreisträgers Andrej Sacharow das Strahlenmessinstitut BELRAD, das bald die Unterstützung des weißrussischen Staates verlor, da es unliebsame Wahrheiten veröffentlichte. Absicht Nesterenkos war es, die Folgen der Reaktorkatastrophe für die Menschen in den be-sonders verstrahlten Gebieten so weit als möglich zu lindern. Wenn auch ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der erhöhten Strahlung schwer zu beweisen ist, lässt er sich kaum von der Hand weisen.

Mit einem Netz von Messstellen in den betroffenen Gebieten vermisst BELRAD Böden, Nahrungsmittel und Menschen, klärt die Menschen über das gesundheitliche Risiko, das sie mit der Aufnahme von radioaktiv verseuchter Nahrung eingehen, auf und zeigt Wege, dieses Risiko zu verringern. Besonders Pilze, Waldbeeren und Wild sind zu meiden oder aber zumindest besonders zu behandeln. Durch die Trennung von Milchsahne und Wasser und nach-folgender Hinzufügung von nicht kontaminiertem Wasser kann gesunde Milch gewonnen werden. Radioaktive Schwermetalle können mit Hilfe eines Pektinpräparats, dessen Wirk-samkeit und gesundheitliche Unbedenklichkeit durch das Forschungsinstitut Jülich wissen-schaftlich nachgewiesen wurde, zu 40-50% aus dem Körper ausgeschwemmt werden.

Von der Latein- und Französischlehrerin Barbara Gleiß wurde 1998 der Kontakt des Sankt-Adelheid-Gymnasiums zu dem Unabhängigen Strahleninstitut BELRAD geknüpft und seither unterhält unsere Schule eine Messstellen-Patenschaft in Weißrussland.
Heute halten wir den Kontakt zu unseren weißrussischen Partnern durch Briefwechsel und Einladungen zu Informationsveranstaltungen.

Unser Ziel ist es, den jährlichen Unterhalt einer Messstelle zu gewährleisten (zunächst in Kommunar, dann in Werbowitschi (Bezirk Gomel) und derzeit in Walawsk (Kreis Jelsk)) und darüber hinaus für bedürftige Kinder Pektinkuren zu finanzieren. Jeweils eine Klasse der Mittelstufe übernimmt zum Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl die Aufgabe, die Mitschülerinnen der ganzen Schule über das Anliegen zu in-formieren und um ihre Spende zum Unterhalt der Messstelle zu bitten. Im Rahmen ihres Fachunterrichts vertiefen verschiedene Kolleg/innen die angestoßenen Sachverhalte.

Die Aktion gibt jedes Jahr neu Anlass, Chancen und Risiken moderner Technologien zu bedenken und die christlichen Werte der Bewahrung der Schöpfung und der Achtsamkeit für den Mitmenschen zu reflektieren.