Der Literaturkurs der Stufe Q1 präsentiert das Theaterstück „Kindertransport“ von Diane Samuels am 26. Juni 2018 um 19:00 Uhr im Theatersaal der Schule

Am Abend des 26. Juni 2018 zeigte der Literaturkurs der Stufe Q1 unter der Leitung von Frau Wulf-Dünner ein beeindruckende Inszenierung des Theaterstücks „Kindertransport“ der englischen Autorin Diane Samuels. Das Drama beleuchtet am Beispiel einer Familie die Geschichte zahlreicher deutscher jüdischer Kinder, die zwischen Dezember 1938 und September 1939 ohne ihre Eltern Zuflucht in englischen Familien fanden und so vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten gerettet werden konnten. Zu Beginn der 90er Jahre schrieb und veröffentlichte die Autorin ihr Werk nach zahlreichen erschütternden Interviews mit verschiedenen „Kindern“ – den Teilnehmern der Kindertransporte. Es wurde 1993 zum ersten Mal in London aufgeführt.

Die Schülerinnen und ihre Spielleiterin stellten sich der großen Herausforderung, die vielschichtigen, oft widersprüchlichen Gefühle der jungen Eva und ihrer leiblichen Mutter Helga, der erwachsenen Eva, nun Evelyn genannt, ihrer Tochter Faith und ihrer Pflegemutter Lil zu zeigen, was ihnen bravourös gelungen ist. Die historische und die gegenwärtige Perspektive wurden vor nur einem Bühnenbild gestaltet, die Szenenfolge gekonnt durch entsprechende Beleuchtungswechsel voneinander unterschieden, was die Schülerinnen durch den geschickten Einsatz der im Theatersaal neu installierten Lichtanlage erreichten.

Der Literaturkurs hat das Stück in englischer Sprache präsentiert, eine beachtliche Leistung insbesondere der fünf Hauptdarstellerinnen, die alle auf überzeugende Weise die vielen Facetten der Nähe und Distanz, Zuneigung und Abwehr, Hilfe und Ohnmacht in den jeweiligen Beziehungen der Figuren zueinander zeigten.

80 Jahre nach dem ersten Kindertransport deutscher jüdischer Kinder nach England hat das Theaterstück „Kindertransport“ der englischen Autorin Diane Samuels seine Aktualität nicht verloren. Mit der Aufführung lenkte der Literaturkurs den Blick auch auf heute unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und deren Schicksal. So gelang den Schauspielerinnen auf eindringliche Weise die Verbindung der Vergangenheit mit der Gegenwart.