Ziel des sozialwissenschaftlichen Unterrichts am Sankt-Adelheid-Gymnasium ist die Erziehung der Schülerinnen zu offenen, selbstständig denkenden Persönlichkeiten auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes und christlicher Werte. Sie sollen Neugier auf die Welt sowie die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung entwickeln, ihr Recht an der Mitgestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit einfordern. Sie sollen Möglichkeiten entwickeln können, ihre Vorstellungen umzusetzen, aber auch Chancen und Grenzen ihres Handelns realistisch einschätzen lernen.

Die Einübung dieser Befähigung geschieht über exemplarisches Lernen in Form von konkreten Fallbeispielen und simulativem Handeln. Dabei werden die Schülerinnen in aufgabenhaltige Situationen versetzt, die sie durch eigene Aktivitäten bewältigen müssen. In diesem Zusammenhang werden relevante gesellschaftliche Fragen didaktisch auf Entscheidungssituationen zugespitzt. In diesen treten die Schülerinnen als Trägerinnen bestimmter Rollen auf, nehmen teils vorgegebene, teils selbst entwickelte kontroverse Interessen wahr, versuchen sie durchzusetzen. Ihre Aufgabe besteht in der Entwicklung von Strategien zur Lösung der vorgegebenen konkreten Situationen.

Durch diesen Ansatz erleben und erfahren die Schülerinnen, dass die Gesellschaft kein objektives, unabänderlich zu akzeptierendes Phänomen, sondern ein durch ihr eigenes Verhalten veränderbares Konstrukt ist. Diese induktiv gewonnene Erkenntnis transferieren sie und lernen auch über das Fallbeispiel hinaus, in ihrer sozialen Umwelt zu operieren. Die Schülerinnen erfahren Begrenzungen. Sie handeln in begrenzten Situationen, entwickeln unterschiedliche Vorstellungen und daraus zum Teil gegensätzliche, aber dennoch legitime Handlungsperspektiven. Auf diese Weise lernen sie die Hinterfragung normativ vorgegebener Hintergründe und sozial- und wirtschaftspolitischer Entscheidungen. Sie erfahren so, dass sie Gegenwart und Zukunft aktiv mitgestalten können.

Darüber hinaus kommt diesem induktiven Ansatz wissenschaftspropädeutische Bedeutung zu, der die Studierfähigkeit der Schülerinnen erhöht. Die im Teamwork vorgenommene Bearbeitung begrenzter und überschaubarer Wirklichkeit hat sich als Inhaltsstruktur und Methode in allen Fachrichtungen an Hochschulen und Ausbildungen durchgesetzt.

Zwei Betriebspraktika (obligatorisch in Stufe 9 und fakultativ in der Oberstufe) sind dem Fach Sozialwissenschaften zugeordnet.