Das Fach Angewandte Biochemie bietet den Schülerinnen, im Wahlpflichtbereich  der Sekundarstufe I in den Klassen 9 bis 10 die Möglichkeit, einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt mit Orientierung in die Fachbereiche Biologie, Chemie, Pharmazie, Lebensmittelchemie und natürlich Biochemie zu belegen. Angeboten werden derzeit in jedem Jahrgang zwei parallel laufende Kurse mit jeweils drei Wochenstunden.

Es werden die im Kernunterricht der Fächer Biologie und Chemie nicht behandelbaren Themen aufgegriffen, die einen starken Bezug zur Alltagswelt der Schülerinnen haben. Werden Inhalte der Fächer klassischen Fächer Biologie und Chemie angeschnitten, so werden diese nicht vorweggenommen, sondern lediglich nach deren Behandlung im klassischen Fach aufgegriffen und vertieft bzw. neu angewandt. Im Mittelpunkt stehen die Erweiterung, Vertiefung und Einübung der klassischen theoretischen und praktischen naturwissenschaftlichen Kompetenzen sowie die Erweiterung des Fachwissens über die Bereiche der klassischen Naturwissenschaften hinaus.

Das Unterrichtskonzept im Wahlpflichtfach Biochemie wurde in den letzten Jahren den aktuellen Themen angepasst. Die neu gewählten Schwerpunkte richten sich stärker nach den Nachhaltigkeitszielen der UN aus: So wird im ersten Jahr in Stufe 9 der Kreislauf der Stoffe mit Hilfe der Themen Bodenwerkstatt, Biochemie der Pflanzen und Nahrungsmittelchemie (Schwerpunkt Milch) behandelt, um dann in einem kleinen selbstgewählten Forschungsprojekt den Schülerinnen die Grundlagen wissenschaftlichen Experimentierens und Dokumentierens zu vermitteln. Im zweiten Jahr in der Stufe 10 werden weiterführende Themen wie Wasser(kreislauf) und Gewässer, Agrarchemie oder Wahlweise Plastikmüll und schließlich die Hintergründe des Klimawandels behandelt. Im letzten Quartal des Schuljahres steht das fächerübergreifende Projekt „SAG-Klimaforum“ am SAG im Zentrum.

Dieses fächerübergreifende Projekt ist etwas Besonderes: Hier arbeiten die vier naturwissenschaftlichen Wahlpflichtbereiche zusammen und jedes Fach trägt aus seiner Perspektive Argumente und Fachinhalte zur aktuellen Klimadiskussion bei. In einer Schüler-Messe werden die erarbeiteten Ergebnisse gemeinsam ausgetauscht und diskutiert.

Im Wahlpflichtfach Biochemie wurde auch die Einbeziehung außerunterrichtlicher Angebote ausgeweitet. Die Schülerinnen können nun – sofern terminlich möglich – im Schülerlabor des Baylabs anhand der Themen „Enzyme – Katalysatoren des Lebens“ oder „Steuerbare Moleküle — Trojaner in der Medizin“ erste Erfahrungen mit labortechnischen Verfahren und Anwendungen sammeln. Außerdem können sie eine gewässeranalytische Exkursion in Kooperation mit dem Lumbricus der NUA und dem Fischereimuseum Bergheim durchführen. Schließlich bietet ihnen ein Labortag im Schülerlabor von Lanxess die Möglichkeit, Methoden der Umweltanalytik kennenzulernen. Auch wurde die Veranstaltung „Klimateens“ der Energieagentur NRW zur Auseinandersetzung mit dem Thema Mikroplastik mit einbezogen.

Weitere Möglichkeiten für Schülerinnen der Mittelstufe, ihr Interesse an Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu vertiefen, bietet die 2019 gegründete „Umwelt AG“, denn sie hat zum Ziel, die Schulgemeinschaft stärker für Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz zu sensibilisieren. Erste Themen waren die Einführung von Recyclingpapier an der Schule, die Vermeidung von Plastik beim großen Schulfest, dem Basar am SAG, im Dezember 2019.